Vertrauensintervalle - die Herleitung

Die Herleitung des Vertrauens- oder Konfidenzintervalls

Bei den Sigmaregeln war eine Wahrscheinlichkeit bekannt und wir haben mit Hilfe einer gegebenen Sicherheitswahrscheinlichkeit berechnet, welche Messwerte, also welche relativen Häufigkeiten , damit vereinbar sind. Bei den Vertrauensintervallen ist die Fragestellung umgekehrt: Gegeben ist eine relative Häufigkeit aus einer statistischen Erhebung. Nun fragt man sich wieder unter der Bedingung einer gegebenen Sicherheitswahrscheinlichkeit: In welchem Intervall wird wohl die tatsächliche Wahrscheinlichkeit liegen? Vertrauens- oder Konfidenzintervalle erlauben den Rückschluss von dem Messwert aus einer Stichprobe auf die Gesamtheit. Sehen wir uns ein Beispiel an: Wahlforschung: Eine Befragung von Personen wird durchgeführt und Personen geben an, dass sie die Partei MLH (Partei der MathematikLiebHaber) tatsächlich wählen wollen. Nach unseren Überlegungen oben muss - mit Hilfe der Sigmaregeln - folgende Ungleichung für den Erwartungswert , die Standardabweichung und die Anzahl der günstigen Ereignisse gelten: D.h. der Erwartungswert sollte mit der durch das vorgegebenen Sicherheitswahrscheinlichkeit in der -fachen Sigma-Umgebung um unseren Messwert herum liegen. Teilen wir diese Ungleichung durch , dann erhalten wir mit , und der relativen Häufigkeit Da ist, kann man mit die Ungleichung auch so schreiben: Wir ziehen von allen Gliedern dieser Ungleichung ab und erhalten: Und wenn nun alle Glieder dieser Ungleichung quadriert werden, dann fällt der linke Teil weg. Denn weil minus mal minus = plus gilt, ist der linke Teil dann identisch mit dem rechten Teil der Ungleichung: Wenn man aus dieser Ungleichung die Gleichung erstellt und diese nach auflöst, dann erhält man zwei Zahlen als Ergebnis: Eine untere und eine obere Grenze eines Intervalls, in dem die Wahrscheinlichkeit im Rahmen der vorgegebenen Sicherheitswahrscheinlichkeit liegen wird. Das ist das gesuchte Vertrauensintervall.
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Lösen der Gleichung

Diese Gleichung wird in der Schule eigentlich immer mit einem CAS gelöst: Mit dem HP-Prime: solve( , ) Es geht aber auch händisch mit der pq- oder der Mitternachtsformel: Da es einfacher ist ohne Brüche zu rechnen, multiplizieren wir hier die Gleichung mit : Nun alle Terme auf eine Seite bringen und nach Potenzen von sortieren: Ausklammern: Nun kann man die Mitternachtsformel () anwenden, um die Gleichung nach aufzulösen. Es geht auch mit der pq-Formel, aber dann müssten wir zuerst die ganze Gleichung normieren, d.h. durch teilen. unter der Wurzel lässt sich noch ein ausklammern und als vor die Wurzel ziehen. Dann erhalten wir